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Kapverdische Inseln

Sicherheit beim Wandern
Dr. Pitt Reitmaier
Tropenarzt

Autor des Reisehandbuchs Cabo Verde - Kapverdische Inseln
im Verlag Reise Know How

Drucken Sie diese Seite aus, lesen Sie sie in Ruhe und nehmen Sie sie mit auf die Reise!

 

Karte Kapverdische Inseln Cabo Verde klein Ilha do Sal Maio Santo Antão São Vicente São Nicolau Boa Vista Santiago Brava Fogo

Bergwanderungen und Touren mit dem Mountainbike kann man sicher gestalten, wenn man sich bewußt ist, 
daß  zu den klassischen Gefahren der Berge die Gefahren der Wüste hinzukommen.

Verwechseln Sie Kap Verde nicht mit den Alpen.
Hier gibt es:

  • Keine Wegemarkierungen
  • Keine Bergwacht
  • Keinen Helikopter

 

Vorbemerkung: 

Wir wollen durch diese  Hinweise keine Ängste schüren, sondern dazu beitragen, daß durch Risikobewußtsein und angemessenes Verhalten, durch vor Reisebeginn begonnene Vorsorge und im Falle eines Unfalls oder einer Gesundheitsstörung durch angemessene Reaktionen die Gesundheit erhalten oder in kurzer Zeit und ohne unnötiges Leiden wiederhergestellt wird.

Klettern Brenta Lucete Fortes

 

Auswahl der Wege:

Bewässerungsbauten (levadas) werden prinzipiell nicht begangen auf den von uns beschriebenen Wegen! Zu schnell bricht das lose Mauerwerk unter den Stiefeln und dem Gewicht eines Wanderers.

Auch Klettern ist ausgeschlossen! Sobald Sie auch nur einen Teil Ihres Körpergewichts mit den Armen bewegen, haben Sie sich in gefährlicher Weise verlaufen!

Mountainbike Fahrer AUFGEPASST ! !

Denken Sie bitte daran, daß die Begrenzungsmauern der Serpentinenwege aus lose aufgeschichtetem Geröll bestehen und damit keinerlei Leitplankenfunktion haben. Sie können auch dann schon als Lawine zu Tal gehen, wenn man sich nur auf sie setzt! Sie sind als Sichtblende für die Tiere gedacht, nicht als Notfall-Stütze! Wir empfehlen, auf den (grauen) Sträßchen und bestenfalls auf Wanderwegen zu fahren, deren Qualität wir mit 1-2 bewertet haben - und immer dann zu tragen, wenn Sie befürchten müssen, im Falle eines Sturzes eine Begrenzungsmauer zu berühren.

Steinschlag:

Aus bis zu 1000 Meter hohen Felswänden lösen sich ständig Steinschläge, doch bei ruhigem Wetter wird selten jemand getroffen. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß ein Grundrisiko besteht, so daß man sich nicht unnötig lange in diesen Bereichen aufhalten soll. Steinschläge können so massiv sein, daß der Weg weggerissen wird und bis zur Reparatur kein Durchkommen mehr ist. Bei besonderen Wetterlagen nehmen die Steinschläge zu und man muß diese Wege meiden.

Besondere Vorsicht ist geboten:

  • an Regentagen und bis zu 14 Tage nach einem Regen
  • bei starkem Wind

Besonders exponiert ist der Weg Ponta do Sol - Fontainhas - Cruzinha da Garça im Teilabschnitt Forminguinhas - Praia da Ribeirinha sowie der steile Aufstieg von

Rª da Patas - Norte.
Auf Rundwanderungen kann man beide Wege leicht durch andere Routen ersetzen.

Versuchen Sie keinesfalls, sich einen Weg zu erzwingen! Wenn Sie einen Weg beeinträchtigt vorfinden, brechen Sie die Tour ab und kehren Sie zurück.

Bei oder nach schlechtem Wetter
sind steinschlaggefährdete Wege strikt zu meiden!

Sturz:
Vermeiden:
Stürze sind eine nicht seltene Todesursache auf den gebirgigen Inseln, betreffen aber fast ausnahmslos erwachsene Männer, nachts und unter Alkoholeinwirkung. Damit ist klar, was es zu vermeiden gilt!
Da die Regionen sehr steil und steinig und die Wege schlecht sind, sind gute Bergstiefel empfehlenswert!
Touren sind so zu planen, daß man auf keinen Fall von der in den Tropen rasch einsetzenden Nacht überrascht wird.
Sorgen Sie dafür, daß aus einem leichten Sturz keine Katastrophe wird, indem Sie die allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen ernst nehmen!

Und wenn es doch passiert ist:
BULLET.GIF (884 Byte)  Ruhe bewahren!
BULLET.GIF (884 Byte)  Begeben Sie sich als Helfer nicht in unkalkulierbare Gefahr!
BULLET.GIF (884 Byte)  Verletzten vor weiterem Abstürzen sichern!
BULLET.GIF (884 Byte)  Erste Hilfe leisten!
BULLET.GIF (884 Byte)  Falls sie Hilfe holen müssen, stellen Sie sicher, daß Sie die Unfallstelle wiederfinden.

  Wetter:

Regen ist ein seltenes Ereignis in Kap Verde und tritt zumeist in den Monaten Juli bis September auf. Auch im Winter gibt es ein paar Regentage (ibernadas).

Wenn es in den Bergen regnet, dann zumeist in Form tropischer Platzregen. Durch die trockenen Täler schießt eine Anfangswelle wie nach einem Dammbruch, gefolgt von einem reißenden Fluss. Von den Felswänden gehen Steinschläge ab und die weicheren vulkanischen Berghänge kommen ins Rutschen. Nicht ohne Grund sind die Häuser auf den Graten und Bergrücken gebaut.
Bergtouren sind bei drohendem Regen sofort zu unterbrechen! Fliehen Sie nicht auf den Grund eines Tals!
Sollte man vom Regen überrascht werden, flüchtet man ins nächste Haus oder verharrt auf einem Bergrücken.


Nebel und Wolken können in Minutenschnelle die Sicht nehmen, zumeist in Höhen zwischen 750 und 1200 Hm. Im Winter werden Temperaturen bis zum Gefrierpunkt erreicht.
Im Frühjahr bringt der Hamartan, ein heißer Wüstenwind aus der Sahara, Massen rötlich-gelben Staubs mit, die als bruma seca (trockener Nebel) die Sicht rauben und über Wochen anhalten können.

Das aktuelle Wetter erfahren sie bei  http://www.wetteronline.de

Wasserverlust / Dehydratation

Je nach Trainingszustand, Gewicht und Temperatur, verbraucht eine erwachsene Person pro Stunde Gehzeit 0.4 bis 1 Liter Wasser. Bei einem Defizit von 1.5 - 2 Litern schwindet die Leistungsfähigkeit, bei weiterem Verlust tritt in der trockenen Hitze rasch Verwirrtheit ein, Unfähigkeit zu sprechen und noch innerhalb der ersten 12 Stunden ein Schwächezustand, aus dem man sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien kann.

Die Wasserreserve muß die erwartete Gehzeit abdecken und darüber hinaus 2 Liter für den Fall, daß man länger als geplant unterwegs ist oder gezwungen ist, ungeplant zu übernachten.
Der Autor hat als Distriktsarzt auf Santo Antão mehrere Leichen von Verdursteten bergen müssen. Es handelte sich dabei um Einheimische, denn damals gab es noch keine Touristen. Von Touristen gibt es zahlreiche Geschichten von "Fast-Katastrophen" und das traurige Ende eines Mountainbikers auf Boa Vista. Er ist in Sichtweite der Hauptstrasse verdurstet. Die Gefahr ist real!

Sich mit unzureichender Wasserreserve zu verspäten, ist die größte Gefahr .

Erschöpfung

Für langfristig trainierte Bergwanderer sind die Touren in Kap Verde leichte bis mittlere Anstrengungen und sie überstehen trotz Hitze und schlechtem Untergrund auch 2000 Höhenmeter pro Tag. Weniger Geübte aber können durch eine als drei- oder vierstündig ausgegebene Wanderung mit weniger als 1000 Höhenmetern schon weit überfordert sein.
Die beste Vorbeugung ist Training, eingelaufene Stiefel und eine großzügige Wasserreserve. 

In der Auswahl der Touren sollte man in den ersten Tagen lieber bescheiden sein und
nicht mit Abstiegen, sondern mit Aufstiegen beginnen.
 
Solange die Muskulatur noch nicht eingelaufen ist, werden im Abstieg die Knie übermässig belastet.
Dank des warmen Klimas werden auch tiefe Erschöpfungsphasen nur bei gleichzeitigem Wassermangel zu einer ernsten Gefahr.

Verlust der Orientierung

die Orientierung ist selbst für den lokal Erfahrenen schwierig, denn:

  • Wege verändern sich schnell durch Steinschläge, Erdrutsche und Straßenbauarbeiten.
  • Nur wenige Wege sind markiert
  • Es gibt eine Vielfalt irreführender Ziegenpfade
  • Der Sprachunkundige kann kaum fragen

Die Navigation wird sehr viel sicherer

  • indem man die beschriebenen Wege nicht verläßt
  • durch vorheriges Studium von Wanderführer und Karte
  • durch genaues Verfolgen der Strecke mit Kompass und Karte
  • mit einem GPS Empfänger

In jedem Fall sollte man schwierige Strecken so genau beobachten und ggf. markieren, daß man in der Lage ist, den Weg, auf dem man gekommen ist, zurückzugehen.

Kompaß und eine Karte sind unabdingbar!

Für einige Strecken empfiehlt es sich dringlich, einen Führer zu nehmen.

Lokale Bergführer

Die Wirte der Gasthäuser und Gastgeberfamilien im Inselinneren sind behilflich, lokale Führer zu finden.

Alarm im Notfall

Klicken - Wie geht das mit dem Spiegel?

 

Nichts ist schwieriger als nach einem Verdurstenden zu suchen, denn der legt sich in den kleinsten Felsspalt, der ihm Schatten bietet, kann sich nicht mehr bewegen und bekommt keinen Laut aus der Kehle. Es gibt viele Berichte, nach denen Suchmannschaften sich in unmittelbarer Nähe des Verdurstenden befunden hatten ohne dass ein Kontakt zustande gekommen wäre!

Um sich im Notfall bemerkbar machen zu können, empfiehlt es sich,  einen Signalspiegel und eine Taschenlampe im Rucksack zu haben. Eine Trillerpfeife ist auch nicht schlecht.

Wer ein Handy besitzt, könnte eventuell die Gesundheitsdienste oder andere Stellen in der Distriktstadt informieren. Wie er seinen Standort verständlich mitteilen könnte und in welchem Umfang die Dienste reagieren können, bleibt völlig offen.

Als alpines Notsignal wird in einer Minute sechsmal (alle 10 Sekunden) ein beliebiges akustisches oder optisches Signal gegeben. Darauf folgt eine Minute Pause bevor das Signal erneut gegeben wird. Dies wird wiederholt bis Antwort erfolgt.
Als Antwort ist ein ebenfalls beliebiges akustisches oder optisches Signal dreimal pro Minute (alle 20 Sekunden) vereinbart.

Rettungssystem

Es gibt keine Bergwacht, die verirrte oder in Bergnot geratene Wanderer und Biker aufsuchen und abtransportieren kann! Damit wird jedes noch so einfach scheinende Klettern und jeder verstauchte Knöchel oder ein Sturz vom Mountainbike zum unkalkulierbaren Risiko!

Das Rettungs- und Krankentransportsystem beschränkt sich auf das unzuverlässige Vorhandensein einer einfache Trage in ländlichen Gesundheitsposten. Oft genug sind die Gemeinden aber auch hierbei auf zeitraubende Imprivisationskünste angewiesen.
Zum Liegendtransport auf der Straße werden vorwiegend die lokal vorhanden Pickups und Lastwagen eingesetzt.

Gehen Sie nicht alleine auf Touren außerhalb dicht besiedelter Gebiete!

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Wanderführer Santo Antao - Kap Verde - Kapverdische Inseln 1:50000Santo Antão 1: 50 000São Vicente 1:50 000São Nicolau 1:50 000Boa Vista - Sal - Maio  1:50 000Santiago 1:60 000Fogo-Brava 1:50 000Cabo Verde 1:200 000CD GPS data of Cape Verde Islands small

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Karten-Legenden in Deutsch, Englisch, Portugiesisch, Französisch oder Italienisch

Klicken zur Seite : Reisehandbuch Cabo Verde

das umfassende
Reisehandbuch Cabo Verde
von Insidern spannend geschrieben

Pitt Reitmaier, Lucete Fortes
Reise-Know-How Verlag
ISBN 978-3-8317-1547-3

520 Seiten
7 Farbkarten
12 Stadtpläne
160 Fotos
20 Exkurse
Sprachhilfe
Kapitel zu Kultur und Geschichte
Kapitel zu den einzelnen Inseln
Wanderungen und Rundfahrten
Unterkünfte und Verkehrsverbindungen
 
 
update  15.10.2007
   
© Informação Turística Lucete Fortes