
Die
einsame, abgelegene Insel,
weitab des Trubels des benachbarten
Santiago ... das ist das Bild,
wie4 es von der Reiseliteratur
gerne dargestellt wird. Zu Recht,
doch es ist nur ein Teil der Wahrheit über
die flache Insel, der zentrale
Wüste ein weiten Salzwiesen
und riesigen Stränden ausläuft.
In
der Kolonialzeit über
Jahrhunderte zum vergessenen Hinterhof
der Sklaverei verurteilt, ist Maio
seit der Unabhängigkeit dabei, sich
aus der Zange des strukturellen Elends
zu befreien.
Wo es nur eine vierklassige Volksschule gab, besuchen heute alle Kinder
eine sechsklassige Primarschule oder das Gymnasium bis zur Elften.
Alle Dörfer haben Elektrizität. In Bälde wird sich auch der Ring gepflasterter
Straßen um die Insel schließen.
In
Vila do Maio dominiert
noch die hübsche Kolonialarchitektur
mit ihren sanften Pastellfarben. Doch
es wird fleißig gebaut, es gibt einen
modernen Hafen, die neue Bank, demnächst
ein neues Krankenhaus, zwei Tankstellen,
eine Autovermietung ... fast
wöchentlich wird eine neue Struktur
eingeweiht. Es bewegt sich etwas auf
Maio, auch wenn man das schwerlich
entdeckt, wenn man nur für zwei
Wochen zum Baden kommt und ansonsten
und die Stille genießt.
Die
touristische Infrastruktur wird
von den einheimischen Pensionen bestimmt,
in denen alles langsam aber sicher
funktioniert und wo man als Gast an
der einheimischen Alltagskultur teilnimmt.
Ein einziges (spanisches) Clubhotel - Bela Vista - liegt am schattenlosen
Strand bei Morro.
Mit
der Fähre kommen
die Gäste, denn die Landebahn
wurde im Sommer 2007 für dringliche
Renovierungsabeiten geschlossen. So
bleibt auch der
kleine Gemeinde noch etwas Stille
und Nachdenklichleit vor dem grossen
Appartment-Bauboom, der sich abzeichnet.